Rückblick auf die Saison 14/15 der Aktive von Markus Monetha:

 

SAISONFAZIT TUS MARIENBORN 2014/2015

 

 

Geschichte wiederholt sich doch.

 

Mai 2000: Die TUS Marienborn steigt nach überragender Saison in die Landesliga auf. Mai 2015: Die TUS Marienborn steigt nach überragender Saison in die Landesliga auf.

 

Doch das war es dann schon mit Wiederholungen und Gemeinsamkeiten der 2 größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Denn ab hier gibt es wesentliche Unterschiede:

 

 

2000: Der Trainer, der mit der Mannschaft den Aufstieg geschafft hatte (besser gesagt: auch mit dabei war), hatte keine Lust mehr und verließ die TUS.

 

2015: Guido Ritz hat nach vielen erfolgreichen Jahren als Jugend- und Aktiventrainer jetzt endgültig sein Meisterstück vollbracht und wird seine erfolgreiche Arbeit auch in der Landesliga fortsetzen.

 

 

2000: Die Meistermannschaft war gespickt mit erfahrenen Recken, die den Herbst ihrer Karriere in Marienborn verbrachten.

 

2015: Beim Ausrechnen des Durchschnittsalters der TUS hackt man wie wild auf dem Rechner herum, weil man sicher ist, dass dieser einen Rechenfehler vollbracht hat.

 

 

2000: Die TUS bestreitet ihre Heimspiele auf einem staubigen Hartplatz, der den stadionerprobten Gegnern die Tränen in die Augen trieb.

 

2015: Die TUS bestreitet ihre Heimspiele auf einem witterungsbeständigen Kunstrasen.

 

 

2000: Die TUS Kabinen erinnern an Turnvater Jahn-Zeiten und rochen auch so. In der Dusche war man nur mit Ganzkörperkondom vor Schimmelpilzen safe.

 

2015: Duschen und Kabinen sind von Grund auf renoviert und in einem Top-Zustand.

 

 

2000: Eine eigenständige 2. Mannschaft existierte nicht und musste neu gegründet werden. Als 1b Mannschaft nahm man den Spielbetrieb in der Kreisklasse auf.

 

2015: Die 2. Mannschaft spielte eine herausragende Saison in der Kreisliga (dazu später mehr).

 

 

2000: Die Jugendarbeit der TUS existiert nur rudimentär.

 

2015: Die Jugendarbeit der TUS kann man als vorbildhaft bezeichnen.

 

 

Es hat sich also einiges getan in den 15 Jahren. Die Presse spricht von der Rückkehr in die Landesliga, tatsächlich war aber die TUS vor wenigen Jahren noch von der Landesliga so weit entfernt wie die Spvgg. Unterhaching vom Champions-League Triumph. Angefangen von der Installierung von Coach Guido Ritz setzte eine kontinuierliche Entwicklung ein, die in der Tat beachtlich und ungewöhnlich ist. Mit Spielern, die er seit frühesten Jugendtagen begleitet, ging er seinen Weg von der Kreis- bis jetzt in die Landesliga. Das Erstaunliche dabei: das Durchschnittsalter der Mannschaft (nicht vom Coach) sank hierbei von Jahr zu Jahr. Und da sind wir wieder bei der Jugendarbeit, die seit einiger Zeit explodiert. Die A-Jugend unter der Leitung von Marco Jantz schnuppert am Aufstieg in die Verbandsliga, das gab es in Marienborn freilich noch nie. Und die Früchte dieser Arbeit konnte man schon diese Saison sehen. Sowohl in der 1. als auch in der 2. Mannschaft kamen regelmäßig A-jugendliche zum Einsatz und waren nicht einfach nur dabei, sondern durchaus prägend. Das ist wohl der größte Trumpf, den die TUS die nächsten Jahre in der Tasche haben dürfte. Denn auch die B Jugend unter Dennis Steinbrecher nimmt eine erstaunliche Entwicklung und andere Jugend Mannschaften folgen.

 

Zur Saison: Niemand hatte wirklich mit einem Aufstieg gerechnet und keiner die TUS auf der Rechnung. Zu Beginn der Saison sah es dann auch nicht wirklich danach aus, zu schleppend und mühselig waren die Spiele. Doch dann kam eine Siegesserie ins Rollen und man fand sich nach 8 Spieltagen plötzlich und unerwartet an der Tabellenspitze. Alles nur eine Momentaufnahme, doch mit jedem weiteren Sieg hatte ich plötzlich immer mehr Mühe, der Presse zu erklären, dass der Aufstieg nicht wirklich unser Ziel ist. Insgeheim hat wohl auch jeder, mich eingerechnet, mit einem Einbruch gerechnet. Mein Schlüsselspiel der Saison war gleich das erste des Jahres 2015. Das Auswärtsspiel bei Schott II, wo man sich im Vorjahr noch ein 0:5 Klatsche abholte, brachte alles, was man an Spannung braucht. Führungen, Rückstände und ein Siegtreffer in der 95. Minute. Da habe ich persönlich zum ersten Mal an einen Aufstieg geglaubt. Obwohl es im Laufe der Rückrunde immer wieder Nackenschläge gab (Niederlage gegen Gau-Odernheim in doppelter Unterzahl, Unentschieden in Gimbsheim und Stadecken -Elsheim) hielt man sich an der Spitze. Nach einem weiteren dramaturgisch nicht zu überbietenden Last-Minute Sieg beim Schlusslicht Herrnsheim wähnte man sich schon am Ziel. Die Niederlage gegen Ingelheim II und der gleichfallls dramatische wie höchst überflüssige Punktverlust gegen die Nibelungen brachten die TUS wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Vielleicht zur richtigen Zeit, denn das Saisonfinale beim in jeglicher Hinsicht emotionalen Heimspiel gegen Zornheim und der Schlussakkord in Nieder Olm ließen dann doch ein Fußballmärchen wahr werden. Und die TUS auch in der Landesliga in eine rosige Zukunft blicken....

 

Die 2. Mannschaft schrieb ebenfalls Geschichte, denn erstmals stieg eine 2. TUS Mannschaft nach dem Aufstieg in die Kreisliga nicht prompt wieder ab, sondern belegte einen am Ende hervorragenden 6. Platz. Und wer die Spiele der Zweiten verfolgt hat, wird hoch erfreut zur Kenntnis genommen haben, da sich auch da Jungs tummeln, die entweder noch nicht oder geradeso den Führerschein machen dürfen und herzerfrischenden Angriffsfußball spielen. Unter der Leitung des Erfolgsduos Andre Bremm/Christian Lamm geht man jetzt also zum ersten Mal in ein zweites Jahr in der Kreisliga. Und wer weiß, vielleicht mischt man ja dann auch ein wenig weiter oben in der Tabelle mit. Auf jeden Fall lohnt es sich neue Ziele so haben. Und so gesehen können wir uns alle auf die Saison 2015/2016 freuen.

 

 

Fröhliche Sommerpause

 

Markus Monetha